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Commerzbank-Aktie: Bank plant Medienbericht zufolge Einschnitte im Privatkundengeschäft


17.07.2012
aktiencheck.de

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004 / WKN 803200) plant einem Medienbericht zufolge Einschnitte im Privatkundengeschäft.

Wie die "Financial Times Deutschland" (Dienstag) unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, prüfe der Vorstand derzeit, ob der größte Konzernbereich mit seinen rund 18.000 Mitarbeitern für das aktuell schwierige Marktumfeld richtig aufgestellt ist. "Wir müssen uns fragen, ob die 2009 geplanten Ressourcen noch passen", wird ein Insider von der Wirtschaftszeitung zitiert. Es sei gut möglich, dass den Überlegungen bald konkrete Stellenabbaupläne folgen werden.


Bei der Commerzbank stehen damit tiefere personelle Einschnitte an als bislang bekannt. Nach dem im Juni verkündeten Rückzug aus der Schiffs- und gewerblichen Immobilienfinanzierung sowie dem zuvor angekündigten Aus für das Staatsanleihegeschäft stehen bereits knapp 1.300 Stellen auf der Kippe. Davon entfallen rund 1.100 auf die Tochter Eurohypo, deren Name Ende August verschwindet.

Die Überlegungen zum Privatkundengeschäft seien Teil einer neuen Strategie, mit der die Commerzbank die Weichen bis 2016 stellen will, schreibt das Blatt. Sie solle im September vorgestellt werden. Die 2009 formulierten Ziele mit einem operativen Gewinn von 4 Mrd. Euro sind längst Makulatur. Nach dem Rückzug aus der Immobilien- und Schiffsfinanzierung kommt es mehr denn je auf das Privatkundengeschäft an, das mit Erträgen von rund 3,8 Mrd. Euro 2011 das größte Segment im Konzern war, vor der Mittelstandsbank mit 3,2 Mrd. Euro. Die Firmenkunden sind jedoch deutlich profitabler: Der operative Gewinn der Sparte lag 2011 mit 1,5 Mrd. Euro viermal höher als der des Privatkundensegments.

Das Geschäft mit den rund elf Millionen Kunden in Deutschland ist neben dem Staats- und Immobilienfinanzierer Eurohypo das größte Sorgenkind der Commerzbank, schreibt das Blatt. Seit dem Zusammengehen mit der Dresdner Bank sind die Erträge Quartal für Quartal zurückgegangen. Von ihren ursprünglichen Zielen ist die Bank weit entfernt. Laut der 2009 vorgelegten Strategie "Roadmap 2012" sollte die Eigenkapitalrendite in diesem Jahr bei rund 30 Prozent liegen. Im ersten Quartal kam die Commerzbank im Privatkundengeschäft jedoch nur auf magere 11 Prozent. Als Grund für die schwache Entwicklung wurde vor allem das schwache Zinsumfeld genannt.

Die Aktie der Commerzbank notiert derzeit mit einem Minus von 0,41 Prozent bei 1,23 Euro. (17.07.2012/ac/n/d)



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